Ho Chi Minh City, das ehemalige Saigon – eine faszinierende Stadt geprägt von einer langen Geschichte, die uns bei ihrem Besuch tief berührte. Ihre Vergangenheit ist noch heute zu spüren, sie lebt weiter auf den Straßen und in den Menschen die dort leben. 

Bereits im ersten Moment, als wir das Flughafengebäude verließen und hinaus in die Stadt traten, hat mich Saigon verführt. Mit einer Magie, die nur wenige Plätze auf der Welt besitzen, war ich vom ersten Augenblick verzaubert. Schwüle Hitze und der Lärm zahlloser Zweitakter schlugen uns entgegen und bereiteten uns einen betäubenden Empfang. Von dieser aufgeladenen Atmosphäre, wurde ich wie in Trance durch die Stadt getragen und ich versuchte keinen der vielfältigen Eindrücke zu verpassen. Wäre ich nicht bereits von dieser Stimmung fasziniert gewesen, so spätestens, als wir die Allee zu unserem Hotel entlangfuhren. Unzählige rote Laternen hingen wie leuchtende Bonbons in mächtigen, alten Bäumen, dazwischen das helle Funkeln zahlloser Lichter. Die Realität verschwamm, für einen Moment war ich wieder Kind und es fühlte sich an, als wäre diese Festbeleuchtung nur für mich ganz allein.

 

Berührt von den Geistern der Zeit

Am Ende der Allee tauchte seinem Namen würdig und erhaben das alte Kolonialhotel Majestic auf. Beim Betreten der Hotelhalle wurden wir nicht enttäuscht, sie war prachtvoll ausgestattet, mit glitzernden Lüstern, Stuck und wunderschönen, antiken Holzmöbeln. In diesem Ambiente wurden die alten Zeiten sofort wieder real.

Vor meinen Augen schwebten elegante Französinnen vorbei, das Näschen in die Höhe gereckt. Ich konnte das Klingeln der Pagen hören und hatte den Geruch von muffigen Anzügen und Zigarrenqualm in der Nase. „Oh Mama, wie schön!“  Die Realität holte mich wieder ein. Die Kinder waren nicht weniger begeistert und angetan von dieser Atmosphäre. Das überraschte mich, da ich immer dachte, Kinder wären immun gegen solch alten Luxus, aber da sollte ich mich gründlich täuschen. Ebenso wie ich, waren sie berührt von den Geistern der Zeit und wurden augenblicklich zu kleinen Prinzessinnen, die das Köpfchen höher hielten – selbst ihre Bewegungen wirkten auf einmal erhaben und ihre Sprache gewählter. Belustigt und verwundert verfolgten mein Mann und ich diese Verwandlung. Freudig, dass diese Magie nicht nur mich gefangen nahm, ließ ich mich in meine Träume fallen und wir fingen an zu residieren.

Flüstern vom Fluss

Unser Zimmer lag im obersten Stock, nur von der Straße getrennt, mit Blick auf den Fluss. Hohe weiße Decken bildeten einen eleganten Kontrast zu dem dunklen Holz der Möbel. Schwere Vorhänge umrahmten die deckenhohen Türen, die zu einem kleinen, schmiedeeisernen Balkon führten. Als ich hinaus auf den Balkon trat, fühlte ich mich augenblicklich in einen Graham Green Roman versetzt und konnte verstehen, warum das Majestic während der Kriegsjahre, die Lieblingsresidenz des Autors war. Die Nähe des Flusses, sowie die nostalgische Atmosphäre der Räume, hatten eine ebenso beruhigende, wie inspirierende Wirkung. Mit geschlossenen Augen ließ ich das, was unter uns lag, auf mich einströmen. Das unruhige Vibrieren der Stadt und deren Erlebnisse und Geheimnisse stiegen wie ein Flüstern von dem Gewässer zu mir nach oben – soweit ein Fluss bei dem Höllenlärm Hunderter vorbei rasender Motorroller flüstern kann. Doch diese Geheimnisse, hört und versteht man besser mit dem Herzen, als mit dem Ohr.

Die Kinder waren in der Kolonialzeit geblieben! Die kleinen Ladys saßen in einer antiquierten Sitzecke, ihre Stimmchen hallten von den holzgetäfelten Wänden. Mit nasaler Stimme fragte die Große: „Soll ich uns einen Tee oder einen Kaffee bringen lassen? Die Kleine konterte nüchtern, „Ich mag lieber Schokokuchen und Pommes!“ Die Große war kurz irritiert und aus ihrer Rolle geworfen, fing sich aber schnell wieder und warf einen gewichtigen Blick auf die Speisekarte des Roomservice, tat so als studiere sie was dort steht, und meinte dann, „In Ordnung, ich bestelle einen Schokoladenkuchen!“



Durch die Straßen der Stadt

Am Morgen, als ich die Augen aufschlug, war meine erste Befürchtung, die Nacht könnte die Magie des Ortes für sich behalten haben. Doch als wir auf der Dachterrasse mit Blick auf den Fluss unser Frühstück zu uns nahmen und unter freiem Himmel frische Pancakes mit Sirup aßen und köstliche vietnamesische Nudelsuppe schlürften, konnte ich weiter entspannt meinen Träumen nachgehen.

Zufrieden und wohlgenährt schnappten wir uns vor dem Hotel zwei Cyklos – Dreirad-Fahrräder inklusive Fahrer. Je Cyclo ein Erwachsener, ein Kind. Nur auf diese Art kann man Saigon wirklich entdecken und zudem erfahren, was das Wort lebensmüde bedeutet. Inmitten wild gewordener Motorroller, zogen wir mit gemächlichem Tempo unseren Weg durch die Straßen. Immer wieder rauschten Roller mit hübschen, gelbblütigen Bäumchen auf den Rücksitzen an uns vorbei. Richtig, in wenigen Tagen war das TET-Fest, das Neu-Jahrs Festival. Deshalb die aufgeputzte und mit Laternen und Blumen geschmückte Stadt. Die Aprikosen-Bäume sind eine Art Christbaum der Vietnamesen. Jedes Haus schmückt zum Neu-Jahrs-Festival eines dieser Bäumchen. Doch nicht nur Pflanzen rauschten an uns vorbei. Großfamilien, Fernseher, Möbel, Müll, Pappkartons und alles, was man sich vorstellen oder eher nicht vorstellen kann, findet seinen Platz auf den Rollern und das häufig bis in schwindelerregende Höhen.

Die Köpfe der Zweiradfahrer schmückten Helme im Stil der Amerikaner aus den 50er Jahren. Halbschalen in bunten Farben und vielfältigen Designs. Fasziniert beobachtete ich das Treiben und fühlte mich für einen Moment in eine italienische Großstadt entführt. Lag es am Knattern der Zweitakter, an der heißen Luft zwischen den Häuserwänden oder an der legeren Ausstrahlung der Vietnamesen? Ich weiß es nicht, doch immer wieder hatte ich das Gefühl als wäre ich in einer südeuropäischen Stadt unterwegs, vermischt mit dem exotischen Charme Asiens. Allerdings war die Liebe zu ihren motorisierten Zweirädern definitiv größer als bei den Italienern, oder lag es am Platzmangel? Zumindest war es absolut normal, seinen Roller sogar mit ins Geschäft hinein zu nehmen.



Kriegszeiten

Unsere Töchter schwankten zwischen Faszination und Schock. Mit weit aufgerissenen Augen saugten sie die Flut an Eindrücken in sich auf und versuchten, all das, was an uns vorbei strömte, einzuordnen und zu verdauen. Man fährt ja auch nicht jeden Tag inmitten einem Schwarm lärmender Vespas und entgeht im Sekundentakt einem Zusammenstoß.

Nach einiger Zeit entschied die Kleine, sich ins Schlummerland zurückzuziehen. Entweder erlag sie einer natürlichen Schutzfunktion, um sich schlafend vor diesem Wahnsinn und der Überreizung zu schützen, oder sie hatte sich einfach entspannt und von der vibrierenden Stimmung einlullen lassen. In all dem Trubel dämmerte auch ich weg. Nein, ich schlief nicht ein, doch die Umgebung verschwamm, der Lärm rückte in den Hintergrund und ich sah die Stadt vor mir, wie sie wohl zu Kriegszeiten gewesen war. Soldaten in amerikanischer Uniform marschierten an mir vorbei. Manche standen in Grüppchen zusammen und lachten. Soldaten flirtend mit zierlichen Vietnamesinnen, sie saßen in den Kneipen entlang der Straße, eingenebelt von Zigaretten- und Opiumrauch. Plötzlich konnte ich das Flappen der Hubschrauber hören, sah Gesichter von verzweifelten und ängstlichen Menschen. Die schmutzigen Gesichter der Vietcong waren dicht vor mir. Neben mir explodierte eine Bombe.

Mit einem Ruck flog mein Körper nach vorne und schlagartig wurde ich aus meinem Tagtraum gerissen. Wir standen auf einer Kreuzung, der Verkehr floss in alle Richtungen, dicht an uns vorbei. Direkt neben uns war ein Karton auf den Boden geknallt. Nur knapp waren wir dem Zusammenstoß mit einem zweirädrigen Paketdienst entgangen. Die Große hing wie ein eingeschüchtertes Äffchen an mir. Beruhigend sprach ich auf sie ein: „Du brauchst keine Angst haben, der Fahrer kennt den Verkehr, er hat alles unter Kontrolle!“, ich nickte bekräftigend dazu und versuchte, die Große sowie mich gleichermaßen zu überzeugen. Mit einem langgezogenen, „Mama!?“, guckte sie vorwurfsvoll auf meine Hände, die sich wie zwei eiserne Klammern an ihren Ärmchen festgebissen hatten. Möglichst unauffällig lockerte ich meinen Griff und als der Fahrer gelassen sein gemächliches Treten wieder aufnahm, blickte ich sie bestätigend an und sagte: „Na siehst du, alles gut! Es geht weiter.“ Es folgte ein langer Blick von ihr und ein gedehntes, „Ja klar, Mama!“



Zwischen Kabelsalat und Vogelhäusern

Unsere Entdeckungsreise durch die Stadt bei Tag war sicherlich in manchen Punkten ernüchternd. Doch selbst die alten heruntergekommenen Häuser, die schmutzigen Ecken und veralteten Märkte, konnten dieser Stadt ihren besonderen Charme nicht rauben. Im Gegenteil, unser Blick blieb an den prächtigen Kolonialgebäuden hängen, an den zu Kunstwerken chaotisch zusammengeknoteten Stromkabeln, die als bedrohliche Knäuel über den Straßen hingen, an dem Friseur, der sein Geschäft auf einem einfachen Stuhl direkt an der Straße betrieb und an den Menschen, die auf kleinen Hockern saßen und aus Garküchen zubereitete Mahlzeiten aßen.

Links und rechts der Straße ragten Häuser in allen Farben hoch. Wild aufeinander gestellte Bausteine, zu riesigen, bunten Vogelhäusern aufgestapelt. Nach einiger Zeit machten wir Halt an einem beeindruckenden Kolonialbau in Weiß und Gelb. Der Fahrer klärte uns auf, dies sei das Rathaus und verordnete uns eine Pause. Wir setzten uns auf die Stufen des Rathauses und beobachteten das wilde Durcheinander auf der Straße. „Irgendwie fühle ich mich, als wären wir Teil einer Postkarte.“ Fragend schaute ich zu meinem Mann und folgte seinem Blick. Tatsächlich bot sich ein typisches Postkartenmotiv von Saigon. Händler mit klapprigen Gemüsekarren, alte Frauen die Lasten auf klassische Weise, in Körben links und rechts an einer Stange befestigt, auf ihren Schultern balancierten. Die Straßen waren bevölkert von jungen Mädchen mit Reishüten und bezaubernden, asiatischen Gewändern. Lange schmale Kittel in zarten Pastelltönen, seitlich bis zur Hüfte geschlitzt, darunter trugen sie leicht ausgestellte Hüfthosen, die ihre zierliche Erscheinung zusätzlich unterstrich. Am schönsten war ihr Lächeln. Die Vietnamesinnen hatten eine anmutige Ausstrahlung geheimnisvoll und zart, wie die Lotusblumen, die manche in ihr Haar gesteckt trugen. Selbst mich als Frau faszinierten sie und ihre Zerbrechlichkeit rief eine Art Beschützerinstinkt wach. Gut konnte ich mir vorstellen, wie ihre zarte Schönheit die Soldaten verzaubert haben muss. Fern der Heimat, verzweifelt und allein, wurde für die Soldaten dieses Gefühl zu einer unendlich großen Magie. Doch inmitten der Zerstörung und Verzweiflung des Krieges haben sie wohl irgendwann die Grenze, das Feingefühl und ihren Beschützerinstinkt verloren und viele dieser zarten Blumen für immer geknickt. Suchend blickte ich in die Gesichter der älteren Frauen, die an mir vorbei gingen und in die der Männer und versuchte, darin zu lesen. Ihren Gesichtern war nichts zu entnehmen. Doch ihre Geschichten waren zu fühlen, sie schweben immer noch zwischen den alten und neuen Häusern und den jungen und alten Menschen.



Dem Fluss ganz nah

Am späten Abend wagten wir, die Straße vor unserem Hotel, die uns vom Fluss trennte, zu überqueren. Noch nie und nie wieder hatte ich solch große Panik beim Überqueren einer Straße. Ich klammerte mich an den rechten Arm meines Mannes, links hatte er unsere große Tochter fest im Griff. Mit meiner freien Hand hielt ich die Kleine dicht an mich gezogen. Es gab im Verkehr praktisch nie eine Lücke. Wir rannten und trippelten, durch die von links und rechts kommenden Zweitakter, auf die andere Straßenseite. Dabei hatten wir alle verfügbaren Sinnesantennen auf Empfang. Obwohl ich atemlos vor Angst und Anstrengung war, hatte ich zumindest mitten auf der Straße genug Atem für ein: „Oh, Gott!“ Auf der anderen Seite angekommen fühlte ich mich wie nach einem Kilometersprint. Selbst mein Mann war eine Nuance blasser als sonst. Die Mädchen meinten einhellig: „Da gehen wir nicht mehr zurück!“ Mein Mann und ich blickten uns an, unsere Augen verrieten dasselbe. Es gab nur einen Weg zurück – über die Straße!

Wir gönnten uns erst mal eine Pause und widmeten uns dem Fluss. Aus der Nähe betrachtet verlor er nichts von seinem Zauber. Allerdings nicht weil er besonders schön war. Auf der gegenüberliegenden Seite konnte man riesige Werbeplakate, Fabriken und Industriekrane sehen, sie rückten jedoch in den Hintergrund und machten dem Gesamtbild Platz. Mit träger Anmut führte der Strom Lastkähne, kleine Boote und Schiffe mit sich, doch vor allem schien er die Geheimnisse dieser Stadt mit sich zu tragen. Er wusste alles, er kannte alle Geschichten. Er wusste von den Anfängen, als die Khmer hier lebten und der Fluss sie mit seiner kostbaren Gabe, dem Wasser beschenkte und das dahinter liegenden Festland mit reichem Leben nährte.

Saigon war damals ein kleines Fischerdorf und obwohl es schon bald ein wichtiger Handelsplatz wurde, behielt es für lange Zeit seine bescheidene Größe, bis zum Jahre 1862 waren es nur 7.000 Einwohner. Durch die Kolonialzeit und den Zweiten Weltkrieg wuchs die Einwohnerzahl auf zwei Millionen. Heute leben in dieser Stadt fast neun Millionen Menschen.

Die Mädchen konnten wir dann doch noch überzeugen, dass der Weg über die Straße weniger schlimm wäre, als die Nacht am Flussufer zu verbringen, zumal sie die Aussicht auf einen Schokokuchen, extrem verlockend fanden. Unser Weg über die Straße zurück zum Hotel war nicht weniger aufregend. Es sollte für mich das beste Training sein und mir später jede Straßenüberquerung, in den größten Städten dieser Welt und bei verrücktestem Verkehr, lächerlich erscheinen lassen.



Hoffnung

In den nächsten zwei Tagen bescherte mir Saigon noch viele faszinierende Augenblicke und flüsterte mir noch manches Geheimnis zu. Als wir uns für die Weiterreise durch Vietnam fertig machten, wurde mir bewusst, die wenigen Tage in dieser Stadt, hatten mir bereits mehr geboten und mehr in mir bewegt, als ich von der gesamten Reise erwartet hätte. Auf dem Weg zurück zum Flughafen versuchte ich mich wieder zu sammeln, denn ich hatte das Gefühl, als wären immer noch Teile von mir in den verschiedensten Ecken dieser Stadt hängengeblieben.

Im Wartebereich des Flughafens saß ein Stück von uns entfernt, ein älterer Mann, ein Amerikaner. Beide Beine waren amputiert. Dieser Anblick ließ Bilder und Berichte von Vietnamveteranen in mir auftauchen und ich sah die Proteste und Aufmärsche dieser Zeit vor mir. Peace-Zeichen und Plakate tauchten vor meinen Augen auf, gemischt mit den steinernen Gesichtern von Politikern und die Protestrufe der Demonstranten klangen in meinen Ohren.

Immer wieder ging mein Blick zu dem Mann im Rollstuhl. Ob er wohl hier lebte? War er nach vielen Jahren zurückgekommen, um in das Land und an den Ort wiederzukehren, der sein ganzes Leben verändert hatte? War er gekommen, um seine Erinnerungen und Teile seines Ichs wieder zusammenzutragen? Tiefe Spuren hatte die Zeit in sein Gesicht gegraben, gleichzeitig verriet es nichts. Vermutlich mussten sie irgendwann diese Maske der Neutralität und Abweisung tragen, um sich und das, was sie in sich tragen, zu schützen.

Die Große zog an meiner Hand und flüstere: „Mama, warum hat der Mann keine Beine?“ Lange blickte ich sie an und fragte mich, wie ich ihr dies beantworten sollte. Bilder und Momente der letzten Tage wurden wieder lebendig und ich begann ihr aus der Vergangenheit Saigons zu erzählen.

Ich erzählte ihr all das in der Hoffnung, dass eines Tages eine Generation stark genug ist, diesen Funken, den Glauben an das Gute und der tiefe Wunsch nach Frieden, den jedes Kind, jeder Mensch zu Anfang seines Lebens in seinem Herzen trägt, zu solch einer mächtigen Flamme wächst und so kräftig lodert, dass er mit nichts zu löschen ist, um so ein ganzes Leben lang zu bestehen und zu wirken.



Ngoc Hoang Pagode

Eine der schönsten und berühmtesten Tempel von Ho-Chi-Minh-Stadt ist die Jade Kaiser-Pagode. Es ist eine taoistische Pagode, gebaut durch die kantonesisch-chinesische Gemeinschaft, in den Jahren 1892 bis 1909. Mitten im bunten Treiben von Saigon, ist die Ngoc Hoang Pagode – auch als Tu Hai Phuoc Pagode bekannt – eine kleine Oase des Friedens.

Gewidmet wurde sie verschiedensten Göttern der chinesischen und vietnamesischen Kultur. Vor allem ist sie jedoch dem Jade Kaiser gewidmet. Der Jadekaiser Yu Di wird im Taoismus als oberster Gott verehrt und zählt zu den wichtigsten Gottheiten der chinesischen Mythologie. Jade ist ein bedeutender Teil der chinesischen Kultur. Es ist ein Symbol der Lebenskraft, und man verbindet damit die Vorstellung von Schönheit, Reinheit und Erhabenheit. In der chinesischen Kultur glaubt man zudem, dass der Mensch durch Jade mit dem Göttlichen in Kontakt treten kann.

Die Fassade des Tempels besteht aus rosafarben bemalten Ziegeln. Die leuchtende Farbe wird durch die grünen, Yin Yang-förmigen Dachziegel perfekt unterstrichen und bildet dazu einen harmonischen Kontrast. Die Dächer sind mit Drachen – dem Symbol des Göttlichen – verziert. Es gibt mehrere Höfe, in denen man mehr als 300 Skulpturen und Relikte aus beiden Kulturkreisen findet.

Ein besonders schöner Rückzugsort ist der Schildkrötenhof. Dort laden Sitzbänke zum Verweilen ein. Während man als Erwachsener die Ruhe dieses Ortes in sich aufnimmt und sich vom Lichtspiel, zwischen den Ästen und Luftwurzeln des Banyan-Baumes entführen lässt, finden Kinder Ablenkung am Teich, bei den unzählige Schildkröten, die sich dort tummeln. In der asiatischen Kultur sind sie ein Symbol für Glück und repräsentieren zudem Langlebigkeit. Aufgrund der Vielzahl an Schildkröten, hat die Pagode den inoffiziellen Namen Pagode der Schildkröte.


Tipps für den Besuch von Ho Chi Minh Stadt mit Kindern

Flussufer – Das bunte Treiben auf und neben dem Fluss fasziniert nicht nur Erwachsene, sondern für Kids gibt es hier ebenso viel zu entdecken und zu beobachten.

Cyclofahrt – Die Fahrt mit den dreirädrigen Fahrrädern durch die Stadt, bietet einen vielfältigen sowie kurzweiligen Einblick in die Stadt. Allerdings braucht man als Erwachsener gute Nerven, da die Fahrt durch die Unmengen an motorisierten Zweirädern (wie berichtet) seine Herausforderungen mit sich bringen.

Ngoc Hoang Pagode – Es gibt aufgrund einer Vielzahl an Skulpturen und mythischen Figuren viel zu schauen. Die bunten Farben des Tempels sprechen vor allem Kinder an.

Highlight – der Hof mit den Schildkröten und der Räucherort. Am besten vorab große Räucherstäbchen kaufen und mit den Kindern zusammen anzünden. Unsere Kinder liebten es, die Gläubigen zu imitieren und die Räucherstäbchen mit den entsprechenden Verbeugungen in den großen Weihetrog zu stecken. Wichtig ist dabei natürlich, dass sie die Ernsthaftigkeit des Rituals verstehen, da dies ein heiliger Ort ist. Wir haben unseren Kindern den Hintergrund dieses Rituals vorab erklärt und sie haben das Anzünden und die Übergabe immer mit großer Freude, aber auch mit entsprechendem Respekt zelebriert.

Märkte – Es gibt eine Vielzahl an Märkten in Ho Chi Minh City und wir haben uns immer die Zeit genommen, im Tempo der Kinder über die Märkte zu gehen.

Street Food – Wer es wagt, dort seinen Hunger zu stillen, wird meist belohnt. Wir haben immer gerne mit den Kids das Streetfood probiert. Zum einen empfanden es die Kinder als kleines Abenteuer, das Essen auf die Hand mitzunehmen oder sich auf einen der kleinen Hocker zu setzen uns mit den Locals zusammen zu essen. Meist ist Street Food ein eher einfaches, aber vor allem besonders leckeres Essen.

Majestic Hotel – Das Majestic hat eine tolle Lage, zentral zu vielen Sehenswürdigkeiten und der Fluss liegt gleich gegenüber. Eine zentrale Lage empfiehlt sich ja generell, bei Städtereisen mit Kindern sind kurze Wege aber im besonderen zu empfehlen. Weitere Vorteile, die Cyclos kann man direkt vor dem Hotel mieten, zudem hat das Hotel noch einen wunderschönen Pool im Innenhof. Mit Kindern empfehle ich bei Städtereisen möglichst ein Hotel – falls verfügbar und erschwinglich – mit Pool zu buchen, da dies immer ein Motivations- und Ausgleichspunkt für die Kinder ist. Falls ihr ein Zimmer mit Blick auf den Fluss möchtet, bei der Buchung daran denken. Und von den oberen Stockwerken ist der Blick natürlich am schönsten. http://majesticsaigon.com

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